Der Glücksbringer — würzige Black-Eyed Peas mit Speck und Zwiebel, langsam gekocht bis zur Perfektion. In der afroamerikanischen Kultur ein Muss am Neujahrstag, bei uns das ganze Jahr über. Diese kleinen Bohnen mit dem charakteristischen dunklen Auge haben mehr Soul in sich als so mancher Eintopf.
Die getrockneten Black-Eyed Peas über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen — sie verdoppeln dabei ihr Volumen. Am nächsten Tag abgießen, abspülen und die losen Schalen entfernen, die an der Oberfläche schwimmen. Das sorgt für eine glattere, angenehmere Konsistenz. Den Speck in kleine, gleichmäßige Würfel schneiden.
Die Speckswürfel in einem großen, schweren Topf bei mittlerer Hitze auslassen. Geduld haben — der Speck sollte langsam knusprig werden und sein Fett komplett abgeben. Das dauert etwa 8-10 Minuten. Mit einem Schaumlöffel die knusprigen Speckwürfel herausnehmen und auf Küchenpapier beiseite stellen. 2 EL des Bacon-Fetts im Topf belassen.
Die gewürfelte Zwiebel ins verbliebene Bacon-Fett geben und bei mittlerer Hitze 5-6 Minuten glasig dünsten. Der Geruch muss süß und einladend sein. Den fein gehackten Knoblauch hinzufügen und eine weitere Minute mitbraten — nur so lange, bis er duftet, denn Knoblauch wird schnell bitter. Mit Cayennepfeffer und geräucherter Paprika würzen.
Die abgetropften Black-Eyed Peas in den Topf geben. Hühnerbrühe und Lorbeerblatt hinzufügen. Alles zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren, den Deckel auflegen und mindestens 60 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen. Nach 30 Minuten die Konsistenz prüfen — die Erbsen sollten weich, aber nicht zerfallen sein. Bei Bedarf noch etwas Brühe hinzufügen.
Das Lorbeerblatt entfernen. Die beiseite gestellten Speckwürfel zurück in den Topf geben und unterheben. Mit Salz, Pfeffer und ggf. weiterer geräucherter Paprika abschmecken. Die Konsistenz sollte leicht eingedickt sein, aber noch suppig — kein Brei. Dazu passt perfekt ein fluffiger weißer Reis, knuspriges Corn Bread oder frische Collard Greens.
In der afroamerikanischen Tradition essen wir am Neujahrstag Black-Eyed Peas — das soll Glück und Wohlstand für das kommende Jahr bringen. Die Tradition stammt aus der Zeit nach dem Bürgerkrieg, als befreite Sklaven nur noch die überlebten Black-Eyed Peas vorfanden. Heute ein Soul-Food-Klassiker und fester Bestandteil der Southern Cuisine.
Ja, wir empfehlen ein Einweichen über Nacht — das verkürzt die Kochzeit erheblich (von 2+ Stunden auf ca. 60 Minuten) und macht die Erbsen bekömmlicher. Alternativ: die Quick-Soak-Methode mit 2 Stunden in kochendem Wasser. Dosen-Black-Eyed Peas können direkt verwendet werden, aber der Geschmack ist weniger intensiv.
Black-Eyed Peas und Eyes Peas sind dasselbe — der Name Eyes Peas kommt vom charakteristischen dunklen 'Auge' in der Mitte der hellen Bohne. In den USA werden sie fast ausschließlich Black-Eyed Peas genannt, in anderen englischsprachigen Ländern eher Eyes Peas. Botanisch heißen sie Vigna unguiculata.
Ja! Speck einfach weglassen und das Bacon-Fett durch 2 EL Pflanzenöl ersetzen. Für rauchigen Geschmack: eine geräucherte Speckschwarte mitkochen und vor dem Servieren entfernen, oder flüssiges Raucharoma (Liquid Smoke) verwenden. Mit Rinderbrühe statt Hühnerbrühe wird es ebenfalls herzhaft.
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